1962 In diesem Jahr führte die Gesellschaft zum ersten Mal ihr Königsschiessen über zwei Tage durch. Dabei wurden die Königsscheiben in der Kombination LG 10m und KK 50m gewertet. Ein Tag war für die Luftgewehrdisziplin vorgesehen und ein Tag für die KK-Disziplin auf dem Schiessstand am Limmerbrunnen. Beim Königsschiessen placierten sich folgende Mitglieder: König: Friedrich Laudage 2. Mann: Friedel Riefkogel 3. Mann: Horst Söderberg Alterskönig: Helmut Meyer Jugendkönig: Wolfgang Meyer Das alljährliche Nachtschiessen mit der USG Ahlem fand in diesem Jahr am 17.2.1962 auf den Schiessständen in Ahlem statt. Wie schon früher siegte auch in diesem Jahr die USG Ahlem mit 681 Ring gegenüber unserer Gesellschaft mit 609 Ring. Auch der Schiesssport für Damen war innerhalb des Schützenwesens nicht mehr aufzuhalten. Mehrere Hannoverschen Schützenvereine hatten schon Damen-Abteilungen und so wurde nach längerer Diskussion am 12. Mai 1962 innerhalb unserer Gesellschaft eine Damen-Abteilung ins Leben gerufen. Als Gründungsmitglieder der Damen-Abteilung schrieben sich ein: Elly Brakel - Hannelore Runge - Melitta Rampke - Waltraut Schmidt - Thea Wesemeyer - Marlis Wesemeyer - Marion Behrendt - Monika Bukowski - Ursel Knape - Ingelore Riefkogel - Edith Warmbold - Liselotte Hartmann - Maria Mang - Uschi Kühne - Lisa Owczarek - Elfi Seiss - Sylvia Seiss. Schon zum Hannoverschen Schützenfest 1962 nahmen 16 Damen in ihrer neuen schmucken Uniform am Ausmarsch teil und erlebten reichlichen Beifall und Anerkennung. Den schiesssportlichen Betrieb nahm unsere neu gegründete Damen-Abteilung jeweils Dienstag von 17.00 Uhr - 19.00 Uhr in unserem Vereinslokal “Zum Holländer” am Lindener Markt auf. Durch die räumliche Enge kamen bald Unstimmigkeiten auf und so wurde der Schiessabend der Damen-Abteilung auf den Schiessstand der Schützengesellschaft Limmer von 1895 nach Limmerbrunnen verlegt. Aber auch hier stellte sich heraus, dass auch dieses keine gute Lösung war, denn der lange Anmarschweg und die Dunkelheit hielten immer mehr Damen davon ab, den Schiessabend zu besuchen. Nach langwierigen Bemühungen gelang es dem Vorstand dann, für unsere Damen ein neues Lokal zu finden. Es waren dieses die bekannten “Lehnhardt-Stuben” in der Posthornstraße, die zentral und verkehrsgünstig gelegen waren und wo unsere Damen ab 15. November 1962 jeweils am Donnerstag einer jeden Woche ab 19.00 Uhr ihren Schiessabend abhalten konnten. Am 12. September 1962 wurde von seiten des Verbandes Hannoverscher Schützenvereine anlässlich des 70. Geburtstages ihrer Kgl. Hoheit Herzogin Viktoria-Luise in der Herrenhäuser Allee ein grosser Aufmarsch mit Fackelzug veranstaltet, wobei fast alle Mitglieder unserer Gesellschaft teilnahmen. In der Jahresbestenwertung konnte sich platzieren: Jahresbester: Wilfried Ahrens KK-Meister: Wilfried Ahrens KK-Meister-Schützen-Alt: Rudolf Kober KK-Meister-Jugend: Wolfgang Meyer Im Jahr 1962 verstarb am 31.7.1962 unser Ehrenmitglied Hermann Bode. Er war auch Ehrenmitglied und Träger des Ehrenringes des Deutschen Schützenbundes. Außer den Gründungsmitgliedern der Damen-Abteilung konnten in 1962 noch folgende Mitglieder aufgenommen werden: Fritz Haartz - Hans-Peter Witthuhn - Erwin Nasemann - Jutta Heiseke - Ursula Sander - Karin Winkel - Heinz Heinemeyer - Hans-Dieter Boje - Ernst-Peter Haartz - Walter Rinaldo - Dieter Schmidt - Eva Rütz - Inge Owczarek - Anneliese Schmidt 1963 Die Jahreshauptversammlung beschließt einen 13. Monatsbeitrag einzuführen, der ausschliesslich für das 60jährige Jubiläum bestimmt und zur Verfügung stehen soll. Der Vorsitzende Schützenbruder Karl-Robert Weber befasste sich in seinen Gedanken immer mit dem kameradschaftlichen Zusammenhalt der Lindener Schützenvereine. Am 13.2.1963 verfasste er eine Denkschrift mit nachfolgendem Inhalt: D E N K S C H R I F T Gedanken über eine Zusammenarbeit der Lindener Schützenvereine Es ist den älteren Schützen noch bekannt, dass früher bis irgendwann einmal ein Lindener Schützenfest in der Ohe gefeiert wurde, so wie noch heute viele Vorort-Schützenfeste in Hannover stattfinden. Wann und warum diese Lindener Tradition aufgegeben wurde, kann ich heute nicht mehr feststellen und ist vielleicht jetzt auch unwesentlich. Zu vermerken wäre lediglich noch, dass in 1953 oder 1954 eine Zusammenkunft von Vertretern der damaligen 3 Lindener Schützenvereine bei Harry Kreymeier (dem Vorsitzenden des Schützen-Club Alt-Linden von 1921) stattfand, auch mit dem Ziel der engeren Zusammenarbeit der Lindener Schützenvereine. Auf dieser Sitzung wurde auch der Gedanke des Wiederauflebens des alten Lindener Schützenfestes gestreift, fand aber nicht genügend Beachtung und Zustimmung. Herausgekommen bei dieser Sitzung ist lediglich der gemeinsame Marsch ab Lindener Markt zum Hannoverschen Schützenfest, was inzwischen auch wieder eingeschlafen ist. Und heute noch daran zu denken, ein Lindener Schützenfest abzuhalten, halte ich für überholt. Wir wissen alle aus Erfahrung, dass die Zugkraft der Schützenfeste in den letzten Jahren gegenüber früher wesentlich abgenommen hat und in Hannover außer dem großen Städtischen Schützenfest noch genügend oder zuviel Vorort-Schützenfeste stattfinden, die mehr oder weniger zu einer Belastung für die Schützenvereine werden. Um aber einmal im Jahr eine Gelegenheit zu schaffen, die Lindener Schützenvereine zusammen zu bringen, schlage ich vor, in Zukunft ein gemeinsames Winterschützenfest der Lindener Vereine aufzuziehen, zumal keiner der Lindener Schützenvereine bereits ein eigenes Winterschützenfest abhält. Die 4 Lindener Schützenvereine würden eine tragbare Grundlage für ein repräsentatives Winterschützenfest in Bezug auf die Beteiligung und die Unkostendeckung abgeben. Das Lindener Schützenfest könnte ein Anziehungspunkt für ganz Linden werden und sich eventuell zu einer Art Lindener Volksfest entwickeln. Zum Winterschützenfest könnten dann die benachbarten Vereine (links der Ihme) hinzugezogen bzw. als Gäste eingeladen werden. Einmal würden wir damit den kameradschaftlichen Zusammenhalt unter den Lindener Schützenvereinen fördern und zum anderen könnten wir in der Form des Winterschützenfestes die Tradition des früheren Lindener Schützenfestes fortführen. Ich könnte mir vorstellen, dass jeder in Linden renommierte Schützenverein diesen Gedanken begrüßen wird, denn wir Lindener Schützen haben allen Grund unsere gemeinsame Zugehörigkeit auch einmal nach außen zu dokumentieren. Wenn wir nun eines Tages, ich schlage hierfür den Monat Februar <nach Fastnacht> vor, zu einem Lindener Winterschützenfest kommen, dann könnten sich daraus noch weitere Perspektiven für die Zusammenarbeit in Linden ergeben. Als weiteres könnte ein Lindener Pokal im Mannschaftswettkampf ausgeschossen werden. Ähnlich dem Grünen-Band-Schiessen von Hannover ließe sich auch in Linden ein Schiessen um das Blaue <oder Blau-Weiße> Band von Linden arrangieren, was im Gegensatz zum Hannoverschen Grünen-Band-Schiessen welches im Winterhalbjahr durchgeführt wird, im Sommerhalbjahr als KK-Wettbewerb stattfinden könnte. Aber das sind alles Zukunftsgedanken, die noch heranreifen müssen, wenn sich die Lindener Schützenvereine erst einmal gefunden haben. Und das scheint mit zunächst das Primäre zu sein, weshalb ich den Gedanken Lindener Winter Schützenfest zur Debatte stelle. Es liegt nun an der Aufgeschlossenheit und der Bereitschaft der in Frage kommenden Lindener Schützenvereinen, was daraus wird oder werden kann. Alles Nähere müsste dann rechtzeitig erwogen und beraten werden, sodass Zustimmendenfalls das 1. Lindener Winterschützenfest im Februar 1964 stattfinden könnte. ************************************************** Die Gedanken des Vorsitzenden Schützenbruder Karl-Robert Weber konnten erst 1969 durch die Gründung der Interessen-Gemeinschaft Lindener Schützen teilweise in die Tat umgesetzt werden. Die Damen-Abteilung hatte zwischenzeitlich ihr Vereinslokal gewechselt und hielt ihren Übungsabend jetzt im Lokal “Stadt Göttingen” in der Calenberger Straße auf den Schiessständen der Schützengesellschaft der Weststadt von 1904 ab. Dabei hatte sich ein herzliches Verhältnis zum Gastwirt-Ehepaar Glückling entwickelt. Nachdem im Vorjahr die Damen-Abteilung unserer Gesellschaft gegründet war, konnten die Damen sich zum ersten Mal an unserem traditionellen Königsschiessen beteiligen. Eine entsprechende würdige Königskette für die Damen war von der Gesellschaft erstellt worden und konnte zum ersten Mal bei der Proklamation an die Königin überreicht werden. Darüber hinaus wurde auch beim traditionellen Königsschiessen der Gesellschaft zum ersten Mal eine Jugend-Königin ausgeschossen. Beim Königsschiessen platzierten sich folgende Mitglieder: König: Wilfried Ahrens 2. Mann Adelbert Pribyl 3. Mann Jürgen Hoppmann Alterskönig; Helmut Meyer Königin: Thea Wesemeyer Jugendkönig: Wolfgang Meyer Jugendkönigin: Monika Bukowski Am 23.3.1963 fand wiederum zwischen unserer Gesellschaft und der USG Ahlem ein Nachtschiessen auf den Schiessständen im Schützenhaus Ahlem statt. Die USG Ahlem siegte wieder einmal mit 724 Ring gegenüber unserer Gesellschaft mit 602 Ring. 1. Damen-Gründungskommers am 18.5.1963 unserer Damen-Abteilung im Lokal “Stadt Göttingen”. Unsere Damen-Abteilung zählte inzwischen 25 Mitglieder. Neben Fahnenverpflichtung und Ausgabe von Auszeichnungen konnte der Damen-Abteilung ein Tischbanner überreicht werden, dass von den Schützen gestiftet worden war. Beim Städt.Schiessen 1963 errang unser passives Mitglied Schützenschwester Anneliese Schmidt ein Städt.Schild auf der Damen-Meisterscheibe. Das Jahr bescherte der Gesellschaft wieder ein Jubiläum. Unsere Jungschützen-Abteilung konnte ihren 40. Geburtstag begehen. Er wurde am 12. Oktober 1963 in Verbindung mit dem 57. Stiftungsfest der Gesellschaft im Kurhaus “Limmerbrunnen” gefeiert. Die Schirmherrschaft hatte der Ehrenpräsident des Schützenverbandes Niedersachsen Hermann Wüstehoff übernommen und die Veranstaltung unter dem Motto gestellt: < Mit der Jugend - für die Jugend > Unser Mitglied und einer unserer ersten Jungschützen der Gesellschaft, Schützenbruder Heinrich Will stiftete der Jugend-Abteilung eine neue Standarte, die auch an diesem Abend vom Ehrenpräsidenten des Verbandes Hannoverscher Schützenvereine in feierlicher Form mit der Traditionsfahne der Gilde-Zeltgemeinschaft und der Freihand-Schützengesellschaft Linden von 1906 geweiht wurde. Unser 1.Vorsitzende Karl-Robert Weber dankte besonders herzlich Schützenbruder Heinz Will für die Stiftung und ernannte ihn im Namen der Gesellschaft zum Ehrenmitglied, was Schützenbruder Heinrich Will mit der Überreichung eines Fahnenbandes für die neue Standarte honorierte. Unsere Jugend-Abteilung hatte zu der Zeit 23 Jungschützen und beim vorhergehenden Jubiläumsschiessen konnten viele Jugend-Mannschaften der teilnehmenden befreundeten Vereine dekorative Pokale und Ehrenpreise in Besitz nehmen. Ca. 100 Jungschützen befreundeter Vereine in 23 Mannschaften beteiligten sich an diesem Jubiläumsschiessen. Den ersten Platz belegte der VfF vor der Bürger-Schützengesellschaft zu Linden von 1906 und der Schützengesellschaft Linden von 1904. Eine extra geprägte Erinnerungsmedaille zu diesem Tag wurde an alle Teilnehmer der Jubiläumsfeier ausgegeben. Ebenfalls war eine recht dekorative Festschrift erstellt worden. In der Jahresbestenwertung konnten sich folgende Mitglieder placieren: Jahresbester: Wolfgang Meyer Jahresbester - Altersschütze: Rudolf Kober KK-Meister: Wolfgang Meyer KK-Meister-Schützen-Alt: Rudolf Kober KK-Meister-Jugend: Wolfgang Meyer An neuen Mitgliedern konnten in 1963 aufgenommen werden: Wolfgang Bergen - Manfred Kemm - Heinz Meiners - Günter Eisel - Walter Finke - Wilfried Bade - Hans-Peter Brandt - Rainer Schmidt - Harald Mell - Michael Dunkel - Jürgen Pralle - Herbert Duhme - Friedel Holtorf - Jutta Lukaschewski - Grete Dunkel - Lotti Genzel - Monika Rosemeier - Bernd Fuhrmann - Bernd Runge - Edith Flechsig - Lothar Fuge - Gerhard Wegner - Hans-Uwe Peters - Margret Völkening - Elvira Lindemann - Hermann Hildebrandt - Jutta Schniggenfittich. |